Idylle Liverpool
Gestern hatten wir eine relativ problemlose Anreise und sind alle gesund und munter hier in Liverpool eingetroffen. Nach einem kurzen Stadtbummel inklusive Mittagessen hatten wir dann auch direkt noch die Möglichkeit in der Turnierhalle etwas zu trainieren. Die nagelneue Echo-Arena, in der die EM stattfindet, ist für die Veranstaltung auf jeden Fall angemessen: Sehr große, vor allem hohe Halle, steile Ränge und sehr schön hergerichtet. Insgesamt wirklich ein toller Austragungsort für eine Europameisterschaft!
Es war aber dennoch ganz gut, dass wir vor unserer ersten Partie noch mal auf die Turniercourts konnten, denn in diesen großen Hallen herrscht ja fast immer etwas „Wind“ auf den man sich dann einstellen muss. Außerdem hört man sowohl seine eigenen, als auch die Schläge des Gegners kaum, was auch einiger Gewöhnung bedarf.
Unser Hotel ist perfekt gelegen: 100m von der Turnierhalle entfernt. Dadurch bleiben uns die Woche über längere Fahrzeiten zum Training oder zu den Spielen glücklicherweise erspart.
Auch von der Stadt bin ich bisher äußerst positiv überrascht. Bei „Liverpool“ musste ich immer an eine „hässliche und dreckige Industriestadt“ denken. Dem ist gar nicht so! Halle und Hotel liegen sehr idyllisch am Ufer des Flusses Mersey in der Nähe des Albert Docks. Das scheint ein neues „Szene-Viertel“ mit Einkaufsmöglichkeiten, Kneipen und Restaurants sowie teuren Wohn- bzw. Bürogebäuden zu sein. Das wunderbar hergerichtete und renovierte Stadtzentrum ist circa 10 Gehminuten entfernt. Die dortigen Einkaufspassagen machen ebenfalls einen neuen Eindruck und laden zum Shopping ein. Dafür werden wir diese Woche aber vermutlich keine Zeit haben. Wir sind ja schließlich zum Badmintonspielen hier!
Zum Sportlichen: Heute stand unser erstes Spiel gegen die Slowakei an. Alles andere als ein 5:0 wäre dabei eine echte Enttäuschung gewesen. Diesen Ansprüchen konnten wir auch gerecht werden, denn es wurde schließlich ein klares 5:0.
Ich durfte dabei im Herrendoppel ran. Allerdings nicht mit meinem etatmäßigen Partner Ingo Kindervater, sondern es kam zu einem „Revival“ von Dettmann/Fuchs. Ingo hatte die letzten Tage nämlich noch an einer kleineren Zerrung laboriert und sollte noch nichts riskieren. Gegen die slowakischen Paarung Matejka/Vicen waren Tim und ich durchwegs in Front und konnten in nur 17 Minuten mit 21:4/21:8 unseren Punkt zum deutschen Sieg beisteuern.
Heute Abend steht dann nicht mehr viel auf dem Programm: Abendessen in der Stadt, Physiotherapie und mal in die Lern-Unterlagen für die Uni schauen.
Morgen geht es in unserem zweiten Spiel dann um 14 Uhr gegen Estland, die heute in einer knappen Partie mit 3:2 gegen Schweden unterlagen. Dementsprechend sollten wir das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen, obwohl wir dennoch als klarer Favorit in die Begegnung gehen werden.
