Schlagwort: Michael Fuchs

Nachtrag der vergangenen Wochen – 5. und letzter Teil

Länderspiel Deutschland : Polen 4:1

In der letzten April-Woche, kurz vor dem großen Bundesliga-Finale stand für mich noch ein Freundschaftsländerspiel gegen Polen auf dem Programm. Die Partie in Landshut stand ganz im Zeichen von Huaiwen Xu, die dort ihr letztes Länderspiel auf deutschem Boden bestritten hat.

Gegen eine junge polnische Mannschaft, die ohne ihre „Stars“ Wacha, Mateusiak und Logosz antraten, konnten wir von Anfang an punkten . Das Mixed Schöttler/Overzier brachte uns direkt in mit 1:0 in Führung. Marc Zwiebler konnte sein Herreneinzel ebenfalls sicher gewinnen und unseren Vorsprung auf 2:0 ausbauen. Ingo und ich traten dann im Herrendoppel gegen das zweite polnische Doppel Cwalina/Szkudlarczyk an. Im ersten Durchgang dominierten wir die Begegnung und gewannen klar mit 21:14. Im zweiten Satz ließen wir dann die Zügel etwas schleifen und die Polen etwas mehr zur Entfaltung kommen. Diese sicherten sich dann auch den zweiten Durchgang mit 21:17. Zu Beginn des dritten Satzes fanden wir jedoch wieder zur alten Form zurück und siegten schließlich mit 21:14.  Das brachte uns mit 3:0 uneinholbar in Front.  Das deutsche Damendoppel Overzier/Marinello sorgte im Anschluß sogar für das 4:0, bevor Huaiwen Xu zum letzten Mal in Deutschland im Trikot unserer Nationalmannschaft auflaufen sollte. Gegen die stark aufspielende Olga Konon reichte es im ersten Satz noch zu einem 21:15, dann schwanden aber die Kräfte von Huaiwen. Im zweiten und dritten Satz musste sie zwar ihrer Gegnerin den Vortritt lassen, aber vom Publikum wurde sie zum Abschied trotzdem gefeiert.  

 

Bundesliga Play-Off-Finale – 1. BC Saarbrücken – Bischmisheim : EBT Berlin 

Nach einer langen Bundesligasaison stand am ersten Wochenende im Mai das Play-Off-Finale auf dem Programm. Mit dem 1. BC Saarbrücken – Bischmisheim konnte ich ja bereits in den vergangenen drei Jahren den Titel gewinnen und wir wollten natürlich auch in dieser Saison wieder ganz nach oben! Zumal es die letzte Saison mit unserem „altbewährten“ Team war. Einige Spieler werden ihre leistungssportliche Karriere beenden (Huaiwen Xu) bzw. ihren Beruf in den Vordergrund stellen (Johanna Persson, Jochen Cassel und Roman Spitko) und daher sportlich wohl etwas kürzer treten. Sozusagen „zum Abschied“ wollten wir also unbedingt noch mal Deutscher Mannschaftsmeister werden. Allen war jedoch klar, dass die SG EBT Berlin ein harter Brocken sein würde. Schließlich konnten sich die Hauptstädter vor der Saison abermals sehr gut verstärken und mit Wong Choong Hann einen absoluten Weltklassespieler in die Bundesliga holen. So wurden beide Begegnungen zwischen BCB und EBT zu einer extrem knappen Angelegenheit mit Badminton auf höchstem Niveau. Meiner Meinung nach war dieses Finale eine tolle Werbung für unseren Sport!

Hinspiel: EBT : BCB   3:5

Zu unserem 5:3 Auswärtserfolg in Berlin konnte ich zum Auftakt direkt einen Punkt beisteuern. Zusammen mit Kristof Hopp bestritt ich das erste Herrendoppel gegen den Polen Michal Logosz (aktuelle Nr. 9 der Weltrangliste im Herrendoppel) und Wong Choong Hann (aktuelle Nr. 11 der Weltrangliste im Herreneinzel). Kristof und ich lieferten ein super Spiel ab und brachten unser Team dank eines 21:17/21:11 mit 1:0 in Führung. Die Berliner konnten in der Folge dann das Damendoppel sowie das zweite Herrendoppel gewinnen und somit ihrerseits mit 2:1 in Führung gehen. Diese baute Wong im ersten Herreneinzel sogar auf 3:1 aus. Doch dann schlugen wir zurück. Mit Huaiwen Xu im Dameneinzel und Hopp/Persson im Mixed konnten wir auf 3:3 ausgleichen, bevor unsere beiden Herreneinzelspezialisten Kestutis Navickas (im zweiten Herreneinzel) und Marcel Reuter (im dritten Herreneinzel) unseren 5:3 -Auswärtssieg perfekt machten.

 

Rückspiel: BCB : EBT  4:4  

Wer am 2. Mai 2009 in der Joachim-Deckarm-Halle in Saarbrücken das Rückspiel um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Badminton gesehen hat, wird dies sicherlich so schnell nicht vergessen! Unglaubliche Spannung bis zum allerletzen Satz! Doch der Reihe nach: Kristof und ich machten im ersten Herrendoppel da weiter, wo wir in Berlin aufgehört hatten. 21:11 für uns lautete der erste Durchgang. Allerdings kamen Logosz/Wong immer besser in die Partie und konnten uns in der Folge immer wieder zu Fehlern zwingen. Mit 21:18 ging schließlich der zweite Durchgang an unsere Gäste. In einem absolut hochklassigen dritten Durchgang hielten wir bis kurz vor Schluß mit, mussten unsere Gegner am Ende jedoch mit 21:17 ziehen lassen. 

Dieses 0:1 war der Auftakt zur großen Berliner Aufholjagd. Nachdem die Hauptstädter anschließend sowohl das Damendoppel als auch das zweite Herrendoppel sowie das erste Herreneinzel für sich entscheiden konnten, stand es insgesamt 0:4. In diesem Moment hatte uns sicherlich niemand mehr auf der Rechnung. Aber „unsere“ Huaiwen Xu besiegte in einem hochdramatischen Dameneinzel Juliane Schenk mit 26:24 im dritten Satz und leitete damit die Wende ein. Dieses 1:4 konnte das Mixed Hopp/Persson nämlich umgehend auf 2:4 verkürzen und sorgte so wieder für Hoffnung in unserer Reihen. Es waren abermals Kestutis und Marcel, die im zweiten und dritten Herreneinzel die Nerven behielten, ihre Spiele gewannen und so den 4:4-Endstand herstellten. Dieser bedeutete in der Addition von Hin- und Rückspiel schließlich den 4. Deutschen Mannschaftsmeistertitel des 1. BC Saarbrücken – Bischmisheim!

Danach stand die Halle natürlich Kopf! Es gab eine große Meisterschaftsfeier mit allen Anwesenden und Huaiwen Xu wurde von der ganzen Halle, dem gesamten BCB-Team und den Vertretern des Saarlandes nach ihrem letzten Spiel für den BCB natürlich noch gebührend verabschiedet.

 

Nachtrag der vergangenen Wochen - 4. Teil

Finnish International

Am ersten April Wochenende standen die Finnish International auf dem Programm. Bis zur allerletzten Minute stand dabei allerdings nicht fest, ob ich denn überhaupt teilnehmen kann. Eine Knieverletzung machte mir die Woche vorher schwer zu schaffen. Ich hatte starke Schmerzen oberhalb der Kniescheibe, die unter Belastung immer schlimmer wurden. Nachdem ich praktisch täglich bei der Orthopädin unseres Olympiastützpunnkts war und sie auch nicht genau wusste, was es ist, wurde ich sogar zur Kernspintomografie geschickt. Glücklicherweise konnte man keine Verletzung erkennen und alle Knorpel sowie Bänder sind demnach völlig intakt. Daher entschied ich mich trotz Trainingsrückstand und in der Hoffnung, dass mein Knie halten würde, sehr kurzfristig dazu, doch nach Helsinki zu fliegen.

Kurz vor meiner Abreise erreichte mich die Nachricht meiner Mixedpartnerin Annekatrin Lillie, dass sie mit einem grippalen Infekt im Bett liege und unmöglich ein Flugzeug besteigen könne. Das war natürlich sehr schade! So ging ich in Finnland nur in einer Disziplin ins Rennen, dem Herrendoppel.

Mit Ingo Kindervater zusammen waren wir an Position zwei gesetzt und hatten ein Freilos in der ersten Runde. Unser Auftaktmatch bestritten wir dann gegen Khodabux/Oey, eine uns von diversen europäischen Turnieren wohlbekannte Kombination aus den Niederlanden. Ein Zwei-Satz-Sieg brachte uns dabei ins Viertelfinale gegen die russische Paarung Ivanov/Sozonov. Mit 21:14/21:16 konnten wir auch diese Partie siegreich gestalten und ins Halbfinale einziehen. Hier warteten dann die beiden Taiwanesen ChenHong Ling und Lin Yu Lang, die in der Vorwoche bereits die Polish International gewonnen hatten. Nach gutem Beginn konnten wir den ersten Durchgang mit 21:19 für uns entscheiden. Auch zu Anfang des zweiten Satzes lief noch alles nach Plan für uns, bis bei 11:9 plötzlich der Faden riss. Einige leichte Fehler und taktisch falsche Entscheidungen führten zu einem 11:16 Rückstand. Wir kamen zwar noch mal heran, doch der Abstand war zu groß. Nach 19:21 ging es in den Entscheidungssatz. Dieser zog völlig an uns vorbei. Mit 6:21 im dritten Durchgang unterlagen wir schließlich den späteren Turniersiegern und wurden somit dritter.  

 

Dutch International

Mitte April startete ich dann bei den Dutch International. Da Anne wieder genesen war, konnte ich in zwei Disziplinen ins Rennen gehen. Im Herrendoppel waren Ingo und ich abermals an Position zwei gesetzt und hatten daher die erste Runde frei. In der zweiten Runde stand uns dann die stärkste Österreichische Kombination Koch/Zauner gegenüber. Nachdem diese in der laufenden Saison bereits mehrere deutsche Herrendoppel geschlagen hatten, waren wir gewarnt. Dank eines guten ersten und dritten Satzes konnten wir den kleinen Hänger im zweiten Durchgang wettmachen und am Ende ins Viertelfinale einziehen. In der Runde der letzten Acht ging es dann gegen die dänischen Nachwuchscracks Conrad/Kolding. Nach einem kompletten Fehlstart im ersten Satz kamen wir im zweiten Durchgang zwar besser in die Partie, konnten die Begegnung aber nicht mehr drehen und unterlagen am Ende in zwei Sätzen.

Im Mixed starteten Anne und ich mit einem sicheren Auftaktsieg gegen die Israelis Zilberman/Zilberman bevor wir es in der zweiten Runde dann mit den Topgesetzten Claes/Deschamps aus Belgien zu tun bekamen. Nachdem wir den ersten Satz klar gewonnen hatten,  mussten unsere Gegner im Verlauf des zweiten Durchgangs leider verletzungsbedingt aufgeben. Wouter Claes hatte sich am Oberschenkel verletzt und konnte nicht mehr weiterspielen. Dementsprechend zogen wir ins Viertelfinale ein. Dort bekamen wir es mit der dänischen Kombination Kolding/Kruse zu tun, die wir dank einer guten Leistung mit 21:16/21:15 bezwingen konnten. Im Halbfinale trafen Anne und ich dann auf Skovgaard/Skaelbaek, eine weitere dänische Paarung. Trotz mehrerer Satzbälle unterlagen wir im ersten Durchgang mit 24:22, bevor wir im zweiten Satz immer besser ins Spiel fanden und diesen sicher mit 21:12 gewinnen konnten. Somit ging die Partie in den Entscheidungssatz. Trotz langer Führung gelang es uns nicht, diesen zu gewinnen und wir unterlagen unglücklich mit 19:21.    

 

Fortsetzung des Nachtrags folgt…

 

Nachtrag der vergangenen Wochen - 3. Teil

Praktikum am sportmedizinischen Institut der Universität des Saarlandes

In der Woche nach den Swiss Open begann ich im Rahmen meines Sportstudiums mein berufsorientierendes Praktikum am sportmedizinischen Institut der Universität des Saarlandes. Dementsprechend wurden die folgenden insgesamt sieben Wochen sehr ausgefüllt: morgens zunächst Training, danach Praktikum und abends nochmal Training.

Dabei möchte ich mich hier nochmals bei meiner Praktikumsstelle bedanken, die sehr sportfreundlich und kulant mit meinen Anwesenheitszeiten war. So bekam ich beispielsweise für internationale Turnierbesuche oder ein Länderspiel schon mal einen oder zwei Tage frei. Außerdem konnte ich trotz des Praktikums normal weiter trainieren.

Das Praktikum selbst war sehr interessant und hat mir viel Spaß gemacht. Hauptsächlich wurde ich dabei als Unterstützung bei den Gesundheitsuntersuchungen bzw. Fitnesstests von diversen Leistungssportlern aus den unterschiedlichsten Sportarten eingesetzt. Auch bei der Leistungsdiagnostik einiger Koronarpatienten durfte ich hautnah dabei sein. Der absolute Höhepunkt des Praktikums war für mich allerdings mein Einsatz bei den Fitnesstests der deutschen U21 Fußball-Nationalmannschaft in der Sportschule Kaiserau.

 

Bundesliga Play-Off: Halbfinale Bischmisheim : Langenfeld

Badmintontechnisch ging es nach den Swiss Open direkt mit den Bundesliga Play-Offs weiter. Mit dem BC Bischmisheim mussten wir im Halbfinale (Hin- und Rückspiel) gegen den FC Langenfeld, einen unserer langjährigen Mitstreiter im Kampf um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft, ran. Als besser platzierter Club nach der Punkterunde hatten wir die Wahl des Heimrechts und entschieden uns dafür, zuerst auswärts anzutreten. Dies stellte sich im Nachhinein als gute Wahl heraus.

Am Samstag lief in Langenfeld für uns zunächst alles nach Plan: Kristof Hopp und ich konnten im ersten Herrendoppel Björn Joppien und den polnischen Topspieler Wache niederringen und so die 1:0-Führung erspielen. Zeitgleich gewann unser Damendoppel und erhöhte damit auf 2:0. Durch Siege im zweiten Herrendoppel und im Dameneinzel konnten wir schon sehr früh unser Minimalziel von vier Punkten erreichen. Doch es kam noch besser für uns, denn Aravind Bhat, unser Inder im ersten Herreneinzel, spielte ein fantastisches Match und holte den wichtigen fünften Punkt, bevor Marcel Reuter im dritten Herreneinzel sogar auf 6:0 erhöhen konnte. Die abschließenden Partien, Mixed und zweites Herreneinzel, holten sich dann zwar die Langenfelder, aber mit einem 6:2 im Rücken waren wir doch sehr zufrieden und traten optimistisch die Reise nach Saarbrücken an.

Im Rückspiel am nächsten Tag stellten die Langenfelder ihre Herrendoppel um und konnten dadurch auch einen gewissen Effekt erzielen. Sowohl Hopp/Fuchs als auch Spitko/Cassel unterlagen nämlich ihren Langenfelder Konkurrenten und so kam noch mal richtig Spannung in die Begegnung. Aufgrund unserer Stärke im Damenbereich und auch dank unseres tollen Teamgeists erarbeiteten wir uns am Ende noch ein 4:4 und damit den Einzug ins Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft.

Am ersten Maiwochenende (1. - 3. 5.) werden wir dann der SG EBT Berlin gegenüberstehen und versuchen unseren Titel erneut zu verteidigen.

Also, am Wochenende Daumen drücken!!!!!     

 

Fortsetzung des Nachtrags folgt…

Nachtrag der vergangenen Wochen - 2. Teil

 All England Open:

Anfang März ging es in diesem Jahr wieder nach England, genauer gesagt nach Birmingham, wo alljährlich das prestigeträchtigste Badmintonturnier der Welt ausgetragen wird: Die All England Open Championships. Der Stellenwert dieses Super Series Turniers lässt sich durchaus mit dem von „Wimbledon“ im Tennis vergleichen. ALLE Spitzenspieler, das heißt natürlich auch sämtliche asiatische Topstars, kämpfen hier jedes Jahr um den Titel. Daher konnte ich mich glücklich schätzen im Herrendoppel zusammen mit Ingo einen Platz im 32er-Hauptfeld zu ergattern. Im gemischten Doppel qualifizierte uns die Weltranglistenplatzierung von Anne und mir leider noch nicht ganz fürs Hauptfeld und wir mussten in die Qualifikationsrunde.

Bei den „All England“ wimmelt es aber bereits in den Qualifikationsrunden am Dienstag nur so von sehr guten Spielern und so standen wir in der ersten Runde einer uns unbekannten koreanischen Paarung gegenüber. Trotz einer ordentlichen Leistung kamen Anne und ich nicht über ein 16:21/16:21 hinaus. Mit etwas mehr Geduld im Spielaufbau wäre allerdings noch mehr drin gewesen. Die Leistungsstärke unserer Bezwinger konnten wir schließlich im weiteren Turnierverlauf erkennen. Die koreanische Kombination Ko/Ha spielte sich aus der Qualifikation nämlich bis ins Finale der All England vor. Insofern können wir rückblickend mit unserer Leistung wirklich zufrieden sein.

Im  Herrendoppel stiegen Fuchs/Kindervater dann am Mittwoch, den 4. März ins Geschehen ein. Das Los bescherte uns eine Erstrundenpartie gegen die dänischen Qualifikanten Bonde/Delbo. Nach einigen Auftaktschwierigkeiten konnten wir den ersten Durchgang knapp in der Verlängerung für uns entscheiden. Im zweiten Satz kamen wir dann immer besser in die Partie und konnten diese schließlich mit 23:21/21:13 für uns entscheiden. Die zweite Runde eines der wichtigsten Turniere der Welt war damit erreicht.

In der Runde der letzten 16 wartete dann die an Position fünf gesetzte Kombination Boe/Mogensen, ebenfalls aus Dänemark. Zu Beginn des Spiels konnten wir gut mithalten und vor allem die gefürchteten ersten drei Schläge der Dänen häufig zu unseren Gunsten entscheiden. Lohn dafür war eine 17:15-Führung im ersten Durchgang. Allerdings hat es für uns nicht gereicht, den ersten Satz zu gewinnen und wir verloren diesen noch mit 18:21. Im zweiten Satz fanden unsere Gegenüber immer besser zu ihrem Spiel und auf unserer Seite häuften sich die Fehler. Dementsprechend verlief dann auch der zweite Durchgang: 21:11 für die Dänen.

Mit der von uns gezeigten Leistung können Ingo und ich, besonders im ersten Satz dennoch zufrieden sein. Unser Ziel muss es jetzt sein, darauf aufzubauen und in den folgenden Partien gegen vermeintlich stärkere Gegner bis zum Ende unser bestes Badminton zu zeigen, damit wir schließlich auch Sätze bzw. Begegnungen gewinnen können.

Am Donnerstag Abend inspizierten wir gemeinsam mit den übrigen deutschen Herren sowie unserem Bundestrainer noch kurz eine der vielgepriesenen englischen Bars, bevor wir am Freitag morgen wieder in Richtung Deutschland aufbrachen.   

Swiss Open: 

Die Geschichte meiner Swiss Open 2009 ist relativ schnell erzählt. Etwas kränkelnd reiste ich zusammen mit Anne am Dienstag, den 10. März, also in der Woche nach den All England, von Saarbrücken aus nach Basel. Fast alle asiatischen Topspieler, die anlässlich der All England nach Europa kommen, treten dann auch beim zweiten europäischen Super Series des Jahres in der Schweiz an. Somit ist das Turnier in Basel eines der stärksten Turniere Europas.

Im Gegensatz zu den All England stand ich in Basel in meinen beiden Disziplinen, also auch im gemischten Doppel, direkt im Hauptfeld. Wir bekamen es in der ersten Mixed-Runde mit den Russen Nikolaenko/Vislova zu tun. Gesundheitlich etwas angeschlagen unterlagen wir jedoch relativ klar in zwei Sätzen.

Am späten Mittwoch Abend standen wir im Herrendoppel der aufstrebenden englischen Paarung Blair/Adcock gegenüber. Aufgrund einer sehr disziplinierten und taktisch guten Leistung gewannen Ingo und ich den ersten Durchgang mit 21:13 und führten auch im zweiten Satz mit 17:13. Doch Mitte des zweiten Satzes begannen bei mir aufgrund der gesundheitlichen Probleme die Kräfte zu schwinden. Ich kam immer später an die Bälle und machte mehr und mehr Fehler. So gaben wir den zweiten Durchgang trotz der eigentlich relativ komfortablen Führung noch mit 18:21 ab und unterlagen schließlich auch im dritten Satz mit 15:21. Extrem frustriert ob der Niederlage traten wir noch am selben Abend die Heimreise nach Saarbrücken an.

Mein Arztbesuch am Donnerstag morgen bestätigte dann meine Vermutung eines leichten Infekts und brachte mir einige Tage Pause ein. Schlimmer als der Infekt schmerzte jedoch unsere unglückliche und unnötige Niederlage.

 

Fortsetzung des Nachtrags folgt…

Nachtrag der vergangenen Wochen - 1. Teil: German Open

Nachdem ich in den vergangenen Wochen sehr viel unterwegs war und zudem das Semesterende mit einigen Prüfungen und anschließend mein berufsorientierendes Praktikum auf dem Programm stand, bin ich leider nicht dazu gekommen meinen Blog auf dem aktuellsten Stand zu halten. Das will ich hiermit nachholen:

 

German Open:

Mein Rückblick beginne ich dabei bei den German Open Ende Februar in Mülheim an der Ruhr. Ingo und ich hatten es im Herrendoppel in der ersten Runde mit einer japanischen Paarung zu tun. Nach verlorenem ersten Satz konnten wir uns im zweiten Durchgang immer besser in die Partie kämpfen und diesen dann auch für uns entscheiden. Den dritten Satz spielten wir schließlich „wie aus einem Guss“ und gewannen diesen folgerichtig klar mit 21:9.

Im Mixed bekamen Anne und ich es in der ersten Runde mit der an acht gesetzten dänischen Kombination Delbo/Schjött zu tun. In einem sehr hart umkämpften Match konnten wir den ersten Durchgang noch mit 21:19 gewinnen, bevor das Spiel leider zu unseren Ungunsten kippte. Den zweiten und dritten Satz entschieden die Dänen für sich und ließen uns mit der Erkenntnis zurück, dass wir trotz unserer tollen Mixed-Bilanz in dieser Saison noch  an unserem taktischen System feilen müssen.

Am Donerstag stand für mich dann die zweite Runde im Herrendoppel auf dem Plan. Gegen eine starke malaiische Nachwuchspaarung boten wir zwar eine ordentliche Partie, aber unterlagen dennoch in zwei Sätzen. Nach einem harten Mittwoch mit zwei langen Drei-Satz-Spielen und dem Stress der Wochen zuvor (v. a. Team-Em, Uni-Prüfungen,…) war ich nicht mehr hundertprozentig frisch und schnell. Und dann wird es eben extrem schwer gegen die flinken Asiaten mitzuhalten.

Im Hinblick auf die folgenden Turnierwochen mit den All England und den Swiss Open war dann am Freitag Vormittag noch eine kurze Badmintoneinheit in Mülheim auf dem Programm, bevor ich mich in ein  erholsames Wochenende ohne größere sportliche Belastungen begeben habe. Schließlich wollte ich die Akkus für die beiden kommenden Super Series wieder vollständig aufladen.

Fortsetzung des Rückblicks folgt….

Fasching ist ausgefallen

Nach einer Woche, die geprägt war von Uni-Streß (Prüfungswoche!) und hartem Training, standen am Wochenende die beiden letzten Ligaspiele der regulären Saison auf dem Programm. Am Samstag konnten wir in Lüdinghausen mit 5:3 gewinnen und am Sonntag daheim den Tabellenführer aus Bonn mit 6:2 niederringen. Insgesamt also ein rundum gelungenes Wochenende aus Sicht des BCB. Durch diese beiden Siege konnten wir uns auf der Zielgeraden noch den zweiten Tabellenplatz und damit eine sehr gute Ausgangsposition für die Play-Offs sichern.

Fasching bzw. Karneval oder wie auch immer man es nennen mag, ist dieses Jahr für mich leider ausgefallen, denn am Faschingswochenende fanden ja die eben genannten Bundesligaspiele statt und der Rosenmontag war ein „ganz normaler“ Trainingstag. Dies lag hauptsächlich an den German Open, zusammen mit dem größten Badmintonturnier Deutschlands. Das wird nämlich seit dem heutigen Faschingsdienstag in Mülheim an der Ruhr ausgetragen. Da heute die Qualifikationsspiele waren und ich mit meinen beiden Partnern zusammen bereits im Hauptfeld antreten durfte, war für mich heute nur Anreisetag.

Morgen stehen dann zwei schwere, aber machbare Erstrundenspiele auf dem Programm. Im Herrendoppel treffe ich zusammen mit Ingo auf eine junge japanische Paarung und im Mixed bekommen es Anne und ich mit zwei Dänen zu tun. Meine Form stimmt soweit und dementsprechend freue ich mich auf die Spiele morgen. Bleibt nur zu hoffen, dass meine Schulter, die mir in den vergangenen Tagen einige Schmerzen und Probleme bereitete hält, dann kann einem tollen und erfolgreichen Heim-Turnier nämlich nichts mehr im Wege stehen!

Freitag, der 13.!

So fühle ich mich momentan auch! Haben grade unser EM-Viertelfinale gegen Russland mit 3:2 verloren. Die Enttäuschung in unserem Team ist natürlich riesig! Unser Ziel, hier eine Medaille zu holen, haben wir damit verpasst.

Die Partie hatte bereits ungünstig begonnen. Johannes und Birgit, das deutsche Mixed, mussten im ersten Match gegen Nikolaenko/Sorokina ran. Ein Spiel, bei dem wir vorher die russische Paarung zwar leicht im Vorteil gesehen hatten, aber dennoch auf eine Überraschung hofften. Die blieb jedoch leider aus und Russland ging durch einen klaren Zwei-Satz-Sieg mit 1:0 in Führung.
In den anschließenden beiden Einzel hatten wir im Vorfeld eher unsere Spieler also Marc bzw. Juliane in der Favoritenrolle gesehen. Glücklicherweise waren beide diesem Druck dann auch gewachsen. Dementsprechend lagen wir nach dem Herren- und Dameneinzel auch mit 2:1 in Führung.

Dann kam das Herrendoppel. Zusammen mit Ingo stand ich dem russischen Spitzendoppel Durkin/Nikolaenko gegenüber. Wir hatten gegen beide im Dezember 2008 bei den Italian International gespielt und verloren, wobei wir damals wahrlich keine Glanzleistung abrufen konnten. Somit wollten wir natürlich „Rache für Rom“ nehmen und unser Team ins Halbfinale spielen. Zu Beginn des ersten Durchgangs kamen wir recht gut in die Partie und führten zur „Halbzeit“ mit 11:9. In der zweiten Hälfte unterliefen uns aber mehr Fehler und wir mussten unseren Kontrahenten den ersten Satz mit 17:21 überlassen. Zu Beginn des zweiten Durchgangs dann ein klassischer Fehlstart unsererseits. Nach einem 12:4 Rückstand hatten wir uns dann wieder gefangen und begannen unsere Aufholjagd. Bei 19:18 konnten Ingo und ich schließlich sogar in Führung gehen. Allerdings hatten wir unser Pulver dann offenbar verschossen und nach drei Fehlern unsererseits ging das Match an Durkin und Nikolaenko.

Damit war die Partie bei 2:2 wieder völlig offen und das Damendoppel musste entscheiden. Hier mussten Birgit und Huaiwen gegen die russische Kombination Vislova/Sorokina antreten. Leider erwischten unsere beiden nicht ihren besten Tag und unterlagen relativ deutlich in zwei Sätzen. Für die Russen war nach dem Matchball feiern angesagt, für uns leider nur Enttäuschung.

Jetzt werden wir versuchen möglichst schnell nach Hause zu kommen. Für mich persönlich geht es jetzt darum mich auf die zwei anstehenden Uni-Prüfungen im Verlauf der kommenden Woche zu konzentrieren. Badmintonmäßig geht es dann mit einem Bundesliga-Doppelspieltag am nächsten Wochenende und der Turnierserie German Open, All England Open und Swiss Open weiter.

In diesem Sinne euer enttäuschter
Michael

Endpiel um den Gruppensieg

In unserer gestrigen Partie gegen Estland lief alles rund im deutschen Team. Erstaunlich klar konnten wir die Begegnung mit 5:0 gewinnen. Dabei kam ich gleich in zwei Spielen zum Einsatz: im Herrendoppel an der Seite meines etatmäßigen Partners Ingo Kindervater und gleich zum Auftakt des Matches im gemischten Doppel zusammen mit Annekatrin Lillie, die ihren ersten „offiziellen“ Auftritt im DBV-Trikot feiern konnte.

Zugegebenermaßen hatte ich im Vorfeld der Partie mit zwei Siegen gerechnet, aber dass diese so deutlich ausfallen würden, hätte ich auch nicht gedacht. Im Herrendoppel ließen wir noch nicht einmal zehn Punkte pro Satz zu. Erfreulich war außerdem der Zwei-Satz-Sieg unseres „Youngsters“ Dieter Domke gegen den in der Bundesliga für Gifhorn spielenden Raul Must. Dementsprechend war die gesamte Mannschaft inklusive Trainer- und Betreuerstab rundum zufrieden mit der Begegnung.

Durch unseren gestrigen Sieg sowie dem parallel zustande gekommenen Triumph Schwedens über die Slowakei kam es am heutigen Donnerstag zwischen uns und den Schweden zu einem echten „Endspiel“ um den Gruppensieg. Da sich nur der Gruppenerste für das Viertelfinale qualifiziert, ging es heute sozusagen in einem KO-Spiel ums Weiterkommen.

Unser Mixed (Johannes und Birgit) machten den Auftakt und brachten uns direkt in Front. Im anschließenden Herreneinzel konnte Marc unseren Vorsprung dank eines kämpferisch erarbeiteten Siegs auf 2:0 erhöhen. Das Dameneinzel, in den vergangenen Jahren stets eine Bank für Deutschland, patzte auch dieses Mal nicht und brachte das 3:0 und damit die Vorentscheidung. Das Herrendoppel, für das erneut die Paarung Fuchs/Kindervater nominiert worden war, hatte somit nur noch ergebniskosmetische Bedeutung. Dennoch wollten wir das Spiel natürlich unbedingt gewinnen. Mit 21:6/21:8 ist uns dies dann auch sehr souverän gelungen. Man muss allerdings dazu sagen, dass das schwedische Team sich derzeit in einem Umbruch befindet und wir gegen eine junge, unerfahrene Paarung (Johannson-Berg/Kasperi), die noch lange nicht das Format früherer schwedischer Herrendoppel hat, gespielt haben. Im abschließenden Damendoppel gelang den Skandinaviern dann der Ehrenpunkt. Durch dieses ungefährdete 4:1 sind wir aber sicher ins Viertelfinale eingezogen, wo wir am morgigen Freitag auf ein russisches Team treffen werden, das sicherlich ein anderes Format als unsere Gruppengegner haben wird. Besonders in den Doppeldisziplinen sind die Russen sehr gut besetzt. Mal sehen, was da auf uns zu kommt morgen.

Idylle Liverpool

Gestern hatten wir eine relativ problemlose Anreise und sind alle gesund und munter hier in Liverpool eingetroffen. Nach einem kurzen Stadtbummel inklusive Mittagessen hatten wir dann auch direkt noch die Möglichkeit in der Turnierhalle etwas zu trainieren. Die nagelneue Echo-Arena, in der die EM stattfindet, ist für die Veranstaltung auf jeden Fall angemessen: Sehr große, vor allem hohe Halle, steile Ränge und sehr schön hergerichtet. Insgesamt wirklich ein toller Austragungsort für eine Europameisterschaft!
Es war aber dennoch ganz gut, dass wir vor unserer ersten Partie noch mal auf die Turniercourts konnten, denn in diesen großen Hallen herrscht ja fast immer etwas „Wind“ auf den man sich dann einstellen muss. Außerdem hört man sowohl seine eigenen, als auch die Schläge des Gegners kaum, was auch einiger Gewöhnung bedarf.
Unser Hotel ist perfekt gelegen: 100m von der Turnierhalle entfernt. Dadurch bleiben uns die Woche über längere Fahrzeiten zum Training oder zu den Spielen glücklicherweise erspart.
Auch von der Stadt bin ich bisher äußerst positiv überrascht. Bei „Liverpool“ musste ich immer an eine „hässliche und dreckige Industriestadt“ denken. Dem ist gar nicht so! Halle und Hotel liegen sehr idyllisch am Ufer des Flusses Mersey in der Nähe des Albert Docks. Das scheint ein neues „Szene-Viertel“ mit Einkaufsmöglichkeiten, Kneipen und Restaurants sowie teuren Wohn- bzw. Bürogebäuden zu sein. Das wunderbar hergerichtete und renovierte Stadtzentrum ist circa 10 Gehminuten entfernt. Die dortigen Einkaufspassagen machen ebenfalls einen neuen Eindruck und laden zum Shopping ein. Dafür werden wir diese Woche aber vermutlich keine Zeit haben. Wir sind ja schließlich zum Badmintonspielen hier!
Zum Sportlichen: Heute stand unser erstes Spiel gegen die Slowakei an. Alles andere als ein 5:0 wäre dabei eine echte Enttäuschung gewesen. Diesen Ansprüchen konnten wir auch gerecht werden, denn es wurde schließlich ein klares 5:0.
Ich durfte dabei im Herrendoppel ran. Allerdings nicht mit meinem etatmäßigen Partner Ingo Kindervater, sondern es kam zu einem „Revival“ von Dettmann/Fuchs. Ingo hatte die letzten Tage nämlich noch an einer kleineren Zerrung laboriert und sollte noch nichts riskieren. Gegen die slowakischen Paarung Matejka/Vicen waren Tim und ich durchwegs in Front und konnten in nur 17 Minuten mit 21:4/21:8 unseren Punkt zum deutschen Sieg beisteuern.
Heute Abend steht dann nicht mehr viel auf dem Programm: Abendessen in der Stadt, Physiotherapie und mal in die Lern-Unterlagen für die Uni schauen.
Morgen geht es in unserem zweiten Spiel dann um 14 Uhr gegen Estland, die heute in einer knappen Partie mit 3:2 gegen Schweden unterlagen. Dementsprechend sollten wir das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen, obwohl wir dennoch als klarer Favorit in die Begegnung gehen werden.

Ziel: Medaille

Nach den deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Bielefeld steht für mich nun der nächste Saisonhöhepunkt an: die Mannschaftseuropameisterschaften in Liverpool, England.

Morgen früh geht es zusammen mit Bundestrainer Jeroen van Dijk, DBV-Sportdirektor Martin Kranitz und meinen Nationalmannschaftskollegen Xu Huaiwen, Dieter Domke, Marc Zwiebler, Tim Dettmann, Johannes Schöttler und natürlich mit meinem Doppelpartner Ingo Kindervater zusammen vom Olympiastützpunkt Saarbrücken aus nach Großbritannien. Wir fliegen von Frankfurt aus nach Manchester, wo wir dann vom Ausrichter abgeholt und nach Liverpool gebracht werden.
Das gesamte Team trifft sich dann erst im Hotel in Liverpool, da der Großteil unserer Damenriege (Birgit Overzier, Juliane Schenk, Sandra Marinello) von Düsseldorf und unser Physiotherapeut Andi Richter von München aus fliegen. Meine Mixed-Partnerin Annekatrin Lillie, mit der ich ja letzte Woche meinen ersten deutschen Meistertitel im gemischten Doppel erringen konnte, kommt sogar erst am Dienstag nach, da sie vorher noch studentische Pflichttermine hat.

Wir sind mit Estland, der Slowakei und Schweden in eine Gruppe gelost worden. Es qualifiziert sich zwar nur der Gruppenerste fürs Viertelfinale, aber diese Aufgabe sollte auf jeden Fall lösbar sein! In der Runde der letzten acht würde uns dann vermutlich Russland gegenüberstehen.